Mongolei – endloses Land ohne Zäune

Wenn ich nun an die Reise zurückdenke, fällt mir sofort ein, daß es keine Zäune gegeben hat – außer in den paar Dörfern und größeren Orten die so alle 200km zu finden waren! Wo gibt es so etwas noch auf der Welt? Ganz Südamerika hat Zäune, Haciendas die alles Land einst kassiert haben, in Europa sowieso, in Afrika wachsen auf eingezäunten Plantagen Rosen. Gut in der Sahara gibt’s sowas noch und vielleicht in Sibirien, aber die Mongolei war da wirklich eine Offenbarung.

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Das Land gehört dem Staat und die Nomaden dürfen mit Ihren Tieren frei umherziehen. Daß dieses endlose Land unter blauem Himmel so menschenleer ist, war mir nicht bewusst. Auf einer Fläche von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien „drängen“ sich 1 Millionen Menschen, oh Entschuldigung Nomaden. Der Rest ist sowieso in Ulan Bator, 1,5 Mio. sollen es nun schon sein. Die jungen Leute wollen alle dorthin, träumen von Shopping malls, Diskotheken und Chat Communities – der übliche, weltweite Wahnsinn, halt.

U.B. wie die Einheimischen Ihre Hauptstadt kurz nennen ist den langen Flug nicht wert – sehen sollte man den großen Hauptplatz mit dem Parlament und dem Denkmal von Übervater Dschingis Khan, das große russische Denkmal oben am Hausberg mit tollem Weitblick in die ausufernde Stadt und den neuen 60m hohen Buddha Maitreya im buddhistischen Kloster. Ebenso lohnt der Besuch des tollen staatlichen Folklore Ensembles – das kann man in Ruhe an einem Tag anschauen, dann aber nix wie weg in die Mongolische Weite.

Eine Stunde Autofahrt und man hat das mongolische Klischee vor Augen, endlose Grashügel bis zum Horizont in grüner Steppe, dazwischen ein paar Jurten, Pferde und Schafe.

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Daß dies wirklich nur ein Klischee ist, mehr nicht, das sollten wir bald erkennen – die Mongolei hat nämlich viel mehr an großartigen Landschaften zu bieten, als was man sich vorstellen kann. Wüsten, riesige Gebirgsketten mit Gletschern, wie den 2000km langen Altai, Gipfel mit über 4000m, wunderbare Flüsse und Seen aus denen man trinken kann, im Norden eine gebirgige Landschaft mit Lerchen und Fichtenwäldern, die es so auch bei uns im Voralpenland gibt – mit dem Unterschied allerdings: weder Zäune, Seilbahnen, Strommasten, Hotels, noch Infrastruktur an sich, nur Natur, endlose Stille und Schönheit.

Das war mich wirklich die größte Überraschung bei dieser Reise, solch eine unberührte Gegend habe ich selten auf der Welt gesehen. Es gibt Pläne die vielen Mineralien abzubauen, das wäre natürlich für die Natur ein Desaster, wie überall auf der Welt, also fahrt vorher hin, bevor es zu spät ist!

1000km fahren wir mit kleinen Allradbussen, einem Küchenauto und unseren ganzen Zelten Richtung Norden – ja 18 Tage Zelten ohne Dusche, ich gebe es zu, ist nicht jedermanns Sache.  Aber in dieser Landschaft und bei diesem Klima einfach ein Traum!

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In den 3 Wochen nur 2 Regentage! Schön, daß dies Land über 3000km von den nächsten Meeren entfernt ist, daher gibt es nur ein Fünftel unserer Niederschläge. Jeden Abend hatten wir einen Traumzeltplatz ohne Nachbarn, an glasklaren Flüssen, kilometerlangen Seen, am Waldrand oder in der endlosen Steppe. Immer der Blick in die Weite und auf den weißblauen Himmel (wie in Bayern!), den die Mongolen als Ihren höchsten Gott verehren. (gefällt mir…. )

Schon nach wenigen Stunden spüren wir, daß die Organisation vor Ort hervorragend ist – jeder total freundlich und man versucht uns jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Die Fahrer putzen jeden Tag ihre Autos, wir haben viel Platz und für Fotos wird jederzeit angehalten. Es gibt extra einen Zelt-Aufbauer, jedes Lager steht bereits wenn wir ankommen und wir können in Ruhe unsere geräumigen 4 Mann Zelte (für 2 Pers.!) beziehen.

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Dann gleich Tee und Gebäck, abends ein Traum-Essen mit Suppe, Hauptgericht und Nachspeise. Aryuma, unsere Zauberköchin, schafft es in 3 Wochen immer eine andere Variation an Essen zu kreieren, natürlich mit viel leckeren Fleisch, (Vegetarier tun sich schwer in der Mongolei, Veganer sterben).  Gelernt ist gelernt, sie war mal Köchin in einem Fünfsterne Hotel.

Zur Sicherheit, falls es doch mal regnen sollte,  gibt es ein riesiges Messezelt, in dem auch ein Kleinbus parken könnte, dazu Tische und Stühle mit Rückenlehne, welch ein Trekker-Luxus!

Nach dem Abendessen sofort die Frage von Ron, dem ständig umherwuselnden Chef der Agentur: wollt Ihr Feuer ( Ron liebt es ebenso,… ) und schon sitzen wir bis abends um Elf am prasselnden Lagerfeuer mit einer Dose Bier in der Hand und genießen das Leben in dieser Einsamkeit – fast schon kitschig!

Morgens gibt es sogar „early morning tea“, überreicht von unserer süßen Dolmetscherin Ujanga und dem stets lachenden Dorje. Dann Frühstück mit Spiegeleiern und Speck, aber auch Müsli mit Früchten, selbstgemachtes Brot, heißer Kaffee und wir sind bereit für den Tag.

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Der erste Teil der Reise gibt uns einen Überblick über die landschaftliche Vielfalt der Mongolei, also Blicke auf Steppe, Sanddünen! (wir besteigen sogar welche), Lerchenwälder, große Seen, Flüsse und mächtige Vulkane, Bergpässe mit über 2000m (das Land ist durchschnittlich 1500m hoch!) und ein paar Siedlungen am Wegesrand. Dies sind meist Versorgungstationen der Nomaden, wo man Benzin, Lebensmittel, Jurten, und Motorräder kaufen kann.

Eine der größten Orte ist Karakorum, die Hauptstadt Dschingis Khan‘s. Im 13 Jahrhundert war dies eine pulsierende Metropole mit 30.000 Menschen, breiten Straßen, großen Handwerkshäusern, Palästen, Kirchen, Klöstern und sogar Moscheen! Alle Konfessionen wurden liberal behandelt und man entschied sich schließlich für den tibetischen Buddhismus.

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Im Tal des Orchon Flusses lies Dschingis seine Reiterheere aufmarschieren – bis zu Hunderttausend Mann und diese eroberten mit brutaler Gewalt die halbe Welt, das größte Reich jemals, vom Pazifik bis nach Mitteleuropa, überall wehte die Mongolische Flagge.

Dieses Weltreich sollte aber nur 130 Jahre überdauern, Kublai Khan regierte schon lang in Peking, die Mongolen wurden dekadent und dick und Schluss war es mit der einstigen Herrlichkeit. Wir sitzen vor unseren Zelten am Orchon und hätten gerne eine Zeitmaschine, hier war vor knapp 800 Jahren das Zentrum der Welt, heute eine einsame Flußbiegung……

Um uns fit zu machen für das 8 tägige Trekking steigen wir auf den Khorgo Vulkan, stolpern 10km über aufgerissene, scharfkantige Lavafelder und marschieren runter ans Ufer des riesigen Tsagan Nuur Sees. Bei Gewitterstimmung spannen sich mächtige Regenbögen über den See, ein Spektakel das uns fast den Atem raubt – so schön kann es in keinem Fünfsterne Hotel sein!

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Bei der Weiterfahrt Richtung Norden, besuchen wir die ersten Nomaden in ihren Jurten – oberstes Gesetz: nicht anklopfen, nicht über die Schwelle stolpern und nicht den Kopf an der Tür anhauen – das erzürnt die Hausgeister. ( bei mir recht schwierig da die Tür nur 150cm hoch ist. )

Sofort wird Milch-Tee, Käse und Gebäck angeboten, Gastfreundschaft ist in den Genen der Mongolen seit Jahrhunderten verankert. Wir erfahren, daß man mindestens 300 Tiere pro Familie braucht um zu überleben, also Pferde, Schafe, Ziegen und Yaks, und daß es Sommer- wie Winterlager gibt. Die Mongolen sind das bestausgebildetste Nomadenvolk der Welt, sie können alle lesen und schreiben, surfen im Internet und schauen Fernsehen über Satellit. Man weiß auch alles über den Nachbarn, sogar wenn die nächste Jurte einen Tagesritt entfernt ist….

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In der Nähe des Hövskol Sees beginnt unserer Trekking – heute schüttet es mal wie aus Eimern, sollte uns das Kontinental Klima im Stich lassen? Tut es aber nicht, die nächsten 10 Tage scheint nur die Sonne!

Unsere gesamte Ausrüstung kommt nun auf 24 Pferderücken, was für eine Logistik, selbst das Küchenauto wird überflüssig, dafür ist jetzt ein Ochsenkarren dabei. 6 Nomaden mit Anführer Chinbar führen uns, treiben die Packpferde durch Flüsse und Sümpfe und sind für unsere Sicherheit in absoluter Wildnis zuständig. In 4 Tagen wandern wir so 100km, meist weglos, bis zum Ort Renchilum, zum großen Naadam Fest in diesem Jahr.

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Es gilt ein wildes Gebirge zu durchwandern, das irgendwie mit seinen Karstfelsen an das Karwendel erinnert, nur ohne Autos, Straßen und Menschen. Wir wandern und die Mongolen wundern sich sicherlich wieso wir nicht reiten?! – ein Mongole wandert nicht, würde es nie tun, er reitet, und das von Kindheit an!

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Das Naadam, das Fest der „drei männlichen Spiele“ findet immer vom 10.-13 Juli in den Dörfern der Mongolei statt. Es gibt auch das Staats Naadam im großen Stadion von Ulan Bator, aber auf den kleinen Dörfern ist es viel authentischer und man ist hautnah am Geschehen.

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Jeder in dem 5000 Seelen Dorf ist irgendwie aufgeregt – die Jungs zwischen 10 und 12 Jahren trainieren bereits mit Ihren prächtigen Pferden und freuen sich auf das 30km Rennen durch die Steppe. Kernige, baumlange Burschen, marschieren mit Nike Trainingstasche um die Schulter und voller Kraft Richtung Stadion – die Ringer, die Helden, machen sich bereit für die Show. (Ringen ist im Land genauso populär wie bei uns Fußball und die WM in Brasilien interessiert im Moment hier nicht viele!).

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Wir können wirklich beim Ringkampf hautnah dabei sein, zwei Meter vor uns fallen die Verlierer in den Sand – wer als Erster mit Knie, Ellbogen, Hand oder sonstigen Körperteilen, außer dem Fuß, den Boden berührt ist raus, bekommt einen Klapps vom Sieger auf den Hintern und hofft auf leichtere Gegner im nächsten Jahr. Es gibt keine Gewichtsklassen, der Schmale, Flinke versucht es auch gegen den Muskelprotz, sollte er gewinnen, ist ihm die Anerkennung  des Publikums sicher. Die besten Ringer treten beim großen Naadam in Ulan Bator an, Gewinner werden Adler oder Koloss getauft, verdienen unheimlich Kohle, sind Helden im Land und gehen oft als Sumo Ringer nach Japan, wo man noch mehr verdienen kann.

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Die Nomaden kommen aus der ganzen Gegend, sind festlich und traditionell gekleidet, feiern und essen, treffen hier Ihre Verwandten. Die Jungen sind westlich gekleidet und gehen auf Brautschau, sonst ziemlich schwierig im menschenleeren Land.

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Wirklich imponierend ist das Pferderennen: auf ein geheimes Zeichen (wir konnten es nicht ergründen) laufen alle Zuschauer hinaus an den Ortsrand, dort wo eine rote Fahne das Ziel markiert. Man sieht zuerst nichts, dann Staubfahnen und plötzlich tauchen sie auf in vollem Galopp, ohne Sattel, in Socken, peitschen sie die Pferde 30km vorwärts. Mit Siegesgeschrei überqueren die ersten die Ziellinie, die Zuschauer grölen und juchzen wie ein ganzer Indianer Stamm!

 

Dann werden die Siegerpferde samt Reiter in der Koppel präsentiert – die ersten 5 gewinnen – die Ehre gebührt nicht dem Reiter, sondern dem Züchter des Pferdes. (denn kommt mal ein Pferd ohne Reiter als Erstes in das Ziel, hat es gewonnen!)

Das Bogenschießen, die dritte Sportart, die Dschingis Khan vor 800 Jahren einführte – ein Mongole konnte damals treffsicher pro Minute 20 Pfeile aus vollem Galopp abfeuern – ist heute Volksbelustigung und nur noch Wenige beherrschen diese edle Kunst.

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Wir ziehen mit tausend Naadam Fotos auf der Speicherkarte weiter. Sind nun eingeladen bei Nomaden in der Nähe: es gibt landestypische „Ziege in der Milchkanne“. Flusssteine werden im Feuer erhitzt, kommen in die leere Kanne, dann Kartoffeln, Gemüse, Kräuter, ein halber Liter Wasser dazu und das Fleisch einer ganzen Ziege! Deckel drauf und 11/2 h lang köcheln lassen. Oh, ich brauch ja sonst nicht so viel Fleisch, aber das ist absolute Weltklasse vom Geschmack….

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Jetzt sind wir gestärkt für die nächsten Trekking Tage Richtung Hövskgol See: durch Lerchenwälder, wilde Fluss Deltas und Sumpfgebiete geht es hinauf zum fast 2000m hohen Jiglig Paß. Manchmal laufen wir knöcheltief durch Edelweiß Wiesen, tollen wie Kinder durch diese alpine Blumenpracht.

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Irgendwo im Wald, ein kollektiver Urschrei, 16 Mitteleuropäer springen wie wildgewordene Derwische durch den Wald – wir sind Fußball Weltmeister! (gut das ich mein Satelliten Telefon für diesen „Notfall“ dabei hatte………)

Durch den dichten Nadelwald schimmert magisches Blau: das zweitgrößte Trinkwasser Reservoir Asiens liegt einsam und verlassen in 1600m Höhe, der wunderschöne Hövskgol See. 140km lang und bis zu 40km breit, ist er 4mal so groß wie der Bodensee, einer von nur 17 Seen auf der Erde, der älter als 2 Millionen Jahre ist. Das Wasser ist trinkbar, glasklar und voller Fische – die Mongolen essen kaum Fisch und wir sehen in 3 Tagen nur ein einziges, kleines Boot auf dem See!

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Wie wunderbar hier am einsamen Ufer zu wandern und 3 Tage zu zelten. Noch einmal können wir die Seele baumeln lassen, Steine sammeln, Baden gehen, am Feuer sitzen, dem mächtigen Sayan Gebirge im Norden beim Sonnenuntergang zusehen, einfach Eins sein, mit der Natur.

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Das ist das Geschenk der Mongolei, diesem Land ohne Zäune und dem weiten, blauen Himmel: Zeit und Ruhe zu haben, für sich und seine Gedanken  – schön daß es so etwas noch gibt!

Ich komme garantiert wieder!

 

16 Tage Trekking um den heiligen Manaslu, 8156m

Schon zweimal durfte ich diese großartige Runde gehen, allerdings sind seitdem viele Jahre  vergangen und ich freute mich sie diesen April nochmal anzupacken.

11 unerschrockene Teilnehmer standen bereit mit mir dieses Abenteuer anzugehen, die Hälfte davon bereits mit Nepal Erfahrung.

Der Manas ( heilig ) Lu ( Berg) läßt sich nicht so leicht erobern, der Anmarschweg ist lang und beschwerlich, führt über 100km! durch eine der tiefsten Schluchten der Erde. Der Buri Gandaki hat sich hier mehrere tausend Meter tief in den Himalaya Granit hineingefräst, nirgends in Europa findet man solch einen tiefen Canyon.

Von Kathmandu 8 h auf recht guten Straßen und Pisten bis Arughat, nur noch 550m hoch. Danach stiegen wir in einen zerbeulten Allrad Bus und rumpeln über eine unglaublich schlechte Piste voller Löcher und atemberaubender Tiefblicke 2h bis Soti Khola.

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Gut, das hatten wir “überlebt” und uns damit auch noch einen Trekkingtag gespart. 3 Puffertage hatte ich eingeplant, falls es Probleme gäbe mit Wetter oder Höhenkrankheit. Denn einen Knackpunkt hat diese Tour und das sollte man im Vorfeld wissen – erst nach 10 Tagen Anmarsch überschreitet man den 5100m hohen Larke Paß, sollte das nicht klappen ist der Rückweg eigentlich zu lang und man versäumt seinen Heimflug. Da bleibt einem nur ein Hubschrauberflug und die sind teuer!

Also hatten wir 16 Tage für die über 200km eingeplant, ein beruhigendes Polster, dachten wir. Wir konnten nicht ahnen, daß wir alle Tage brauchten, aber davon später….

24 Einheimische standen voller Freude in Soti Khola bereit. So eine kleine “Expedition” ist für die Nepalis ein willkommener Nebenerwerb, sind sie doch meist Bauern, die sich in der Trekkingsaison was dazuverdienen.

3 Sherpas, Chewang, Dorje und Lakpa, der quierlige und stets gut gelaunte Koch Bagbir vom Magar Stamm, mit seinen 5 unermüdlichen Küchenjungs, 12 Träger, die je zwei Seesäcke von uns tragen und 9 Mulis für Vorräte und Kerosin mit 2 Treibern – alles kontrolliert und perfekt organisiert von meinem langjährigen Sirdar Apasang Sherpa.

Das ist für mich Trekking: mit Zelt, eigener Verpflegung, Küche, Sherpas und Träger solch ein Unternehmen anzugehen, mit Ihnen Ihr Heimatland erleben, bei guten oder schlechten Wetter unterwegs sein, mit Ihnen zu plaudern oder zu scherzen, zusammenzuwachsen zu einem Team, das durch dick und dünn geht, immer mit dem beruhigenden Wissen, mit den „besten“ Bergleuten der Welt sicher im Himalaya unterwegs zu sein! Was soll da passieren, wir sind einfach gut aufgehoben bei unseren Freunden, den Nepalis…..

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Los geht’s. Die ersten Tage sind zäh, Knie und Füße schmerzen, 8-10h bei moderaten Tempo sind zu gehen, aber nach paar Tagen vergeht der Schmerz, man hat sich eingelaufen. Wirklich jeder in der Gruppe meinte, hätt‘ mir nicht vorgestellt das das Zelten meinem Rücken so gut tut! Und die Füße laufen von allein…..

Man hat nicht viel zu tun, aufstehen, packen, frühstücken. Das Zelt wird von den Sherpas abgebaut. Dann eigentlich nur genießen den ganzen Tag, dahinschlendern, ratschen, fotografieren, 1 1/2h Mittagspause und gegen 17 Uhr eintrudeln im bereits aufgebauten Lager. Abends strahlt Bagbir aus der Küche, frägt ob es uns gutgeht und zaubert jedes Mal ein Dreigänge Menü aus dem Ärmel, das wir nur so staunen!

Bis 2000m Höhe leben die hochkastigen Brahman und Chetri, Hindus die bis in diese Höhe Ihren geliebten Reis anbauen. Darüber folgen die altnepalesischen Stämme, irgendwann vor 500 Jahren eingewandert. Hier am Manaslu sind es die Ghurung und Thamang, an der tibetischen Grenze schließlich die Bhotia, die reinrassigen Tibeter, die bis 3800m Höhe siedeln. Auf deren Feldern sehen wir nun Hirse, Gerste, Buchweizen, Mais, Bohnen und Kartoffeln, Nahrungsmittel die bis 3500m gedeihen.

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Das Wetter im April hat Vor und Nachteile, oftmals leichte Gewitter am Nachmittag, die Berge ab Mittag verschleiert. Dafür warme Nächte, 70 % weniger Trekker als im Herbst, blühende Orchideen und Rhododendren am Wegesrand.

Wir sind die einzige Trekkinggruppe mit Zelt, die anderen ziehen die Lodges vor. Doch was wir hier sehen hat noch nicht den Standard wie z.B. in der Annapurna Region und jeder meiner Teilnehmer freut sich über sein eigenes, sauberes und ruhiges Zelt.

Wir sind fast allein unterwegs, einzig aufpassen müssen wir auf die zahllosen Mulikarawanen, die Nahrungsmittel, Kerosin, Zement ect. in den straßenlosen Norden tragen. „Immer an der Bergseite bleiben“ war mein Rat, denn die Wege durch die Buri Gandaki sind oft spektakulär in die senkrechten Felswände gemeißelt und eine Unachtsamkeit wäre dann wohl schnell die Letzte gewesen…..

Die erste Woche kommen wir durch kleine Siedlungen im engen Talgrund, überqueren unzählige Hängebrücken, sehen hunderte von Wasserfälle über uns, steigen tausende Stufen bergauf und -ab und schlängeln uns langsam höher in diese wilde Bergregion.

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Gerodete Flächen wechseln ab mit wunderschönen Urwäldern voller Hemmlock, Himalayatannen und Kiefern, im Bambus lungern dicke langhaarige Languren, die großen Bergblicke sind noch rar. Doch je mehr Manimauern und Chörten den lokalen Buddhismus ankündigen, spitzen sie raus, tiefverschneit und leuchtend, die ersten 6000er des Shringgi und Ganesh Himal.

Das Tal öffnet sich langsam, wird weiter, große Hochflächen erlauben intensiven Ackerbau. Gut “eingelaufen” erreichen wir den tibetischen Ort Lho Gaon auf 3200m, hier sollte er sich das erste Mal zeigen, der große Meister, umgeben von seinen Trabanten, der heilige Manaslu.  Aber wie jeden Nachmittag, dicke Wolken, wir müssen warten auf seine Hoheit.

Spät abends, der Vollmond hat die Wolken vertrieben, mächtig, unnahbar, wie ein funkelnder Diamant strahlt der Koloss in den Nachthimmel. Alle jauchzen und jubeln, so groß hätten wir uns ihn nicht vorgestellt.

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Der Morgen übertrifft unsere Erwartungen ebenfalls, im strahlenden Sonnenschein überblicken wir von unserer Anhöhe den Kutang Himal im Osten, 6000er mit furchterregenden Wänden, sehen Naike Peak, den Nord- und den Hauptgipfel des Manaslu. Gebetsfahnen flattern im Wind, bunte Stupas stehen vor blinkenden Eiswänden. Wir steigen hoch zum neuen Rotmützen-Kloster auf einem Hügel über Lho, fotografieren wie verrückt und scherzen mit den Mönchen. Wir sind angekommen am Fuße der großen Berge, nach harten Anmarschtagen in der engen und heißen Schlucht endlich diese Weitblicke……

Unsere Wandertage werden kürzer, nur 4h bis Sama, dem großen Hauptort im gleichnamigen Tal. Wir wollen uns Zeit lassen, genießen und akklimatisieren. Zwei Nächte auf jeden Fall kampieren am Fuße des Manaslu. Hier beginnen die großen Expeditionen, hier geht es hinauf, vorbei am großen Gletschersee zu den ersten Hochlagern, hier ist unser erstes Hauptziel erreicht.

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Der Wettergott meint es jedoch nicht gut mit uns. Es zieht zu, graupelt, regnet und schneit, am nächsten Morgen liegen schon mal 10cm Schnee auf dem Zelt.

Wir machen Ausflüge in das archaische Dorf mit seinen Schindeldächern und Schiefersteinhäusern. Wie kann man in diesem harten Klima leben, ohne Heizung und fließend Wasser, die Kinder barfuß bei 7 Grad. Das Vieh im Erdgeschoß erwärmt etwas die eiskalten Räume darüber, Yakdung wird wie Brikett verheizt, manche haben schon Strom, wenigstens ein kleiner Fortschritt!

Hoch oben thront die große Gompa, Laienpriester rezitieren heilige Texte, Gebetsfahnen flattern im eisigen Wind. Als ich vor 17 Jahren das letzte Mal hier war, kalbte der große Hauptgletscher des Manaslu in den tiefeingeschnittenen See, jetzt hatte er sich schon mehrere hundert Meter! zurückgezogen – „Climatechange“ meinte lapidar mein Sherpa.

Von Klimaerwärmung ist allerdings nichts zu spüren, mache mir langsam Gedanken, wie es wohl auf 5100m am Larke Pass aussehen mag. Eine dritte Nacht bleiben wir, hoffen auf besseres Wetter. Tatsächlich, wieder ein traumhafter Morgen, die Berge rundherum tiefverschneit, wir ziehen 4h weiter im schönsten Sonnenschein Richtung Samdo.

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Neben dem Gletschersee ein großer Berghang voll mit dichtem Birkenwald und das auf 3600m Höhe – da gibt es bei uns in den Alpen nur noch Steine! Dahinter wie ein Turm der Hausherr, der achthöchste Berg der Erde, daneben Nadi Chuli 7870m, weiter im Süden Himal Chuli 7890m hoch.

44 Siebentausender und 1000 Sechstausender soll es ja in Nepal geben, und hier sind Einige der Schönsten davon.Die 4h Weg sind ein einziger Traum, wir staunen über diese einzigartige Bergwelt und genießen jeden Moment in der warmen Frühjahrssonne, so soll Trekkingurlaub sein!

Diese Freude hält nicht lange an, in Samdo auf 3800m zieht es schon wieder zu und fängt an zu schneien, 36h am Stück! Ich hänge am Satelliten Telefon, hole mir aktuelle Wetterberichte und lasse mich von den Sherpas beruhigen, während ich durch den 40cm tiefen Schnee stapfe. So viel Schnee hatten wir diesen Winter nicht in Oberau!  In der Nacht bricht unter der Schneelast sogar das Messezelt zusammen und ich frage bei der Agentur in Kathmandu schon mal Hubschrauberpreise an. Zum Zurückgehen ist es nun zu weit, entweder kommt gutes Wetter oder wir haben schlechte Karten.

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Die Sherpas sagen „no worries“, mach Dir keine Sorgen, der Schnee schmilzt schnell im April. Allerdings sollte es halt mal zu schneien aufhören! “, doch unaufhörlich rieselt‘s aus den grauen Wolken. Dann die ersehnte Nachricht nach zwei Tagen Schnee, es soll ein Hochdruckgebiet anrollen!

Shiva hat meine  Gebete erhört, die nächsten drei Tage sind wie aus dem Bilderbuch!!!

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Wir schaufeln den Schnee von unseren Zelten und steigen weiter Richtung Basislager des Larke La auf 4470m Höhe. Staublawinen fallen wie Wasserfälle von den umliegenden 6000ern, der Weg ein einziger Traum, blauer Himmel, tiefverschneite Berghänge und langgezogene Jetstream-Wolken die mit 200 Stundenkilometer um die umliegenden Bergriesen rauschen. Ein Tag zum Götterzeugen!

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Keiner hat Höhenprobleme, die drei Puffertage waren genau richtig eingesetzt, wir strotzen vor Kraft und freuen uns auf den Paßtag. Um drei Uhr früh ist Wecken, 5 Uhr Abmarsch. Eisig pfeift der Wind noch durch die dunklen Täler. Es ist Ostermontag und wir stapfen wie in Trance langsam höher und suchen Ostereier. Die Sonne erreicht die ersten Eiswände und schließlich auch uns, wunderbar wie kostbar in diesen eisigen Höhen diese Frühjahrsonne ist! Alle jubeln und jauchzen vor sich hin.

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Dann heißt es wieder tief Luft holen, Schritt für Schritt durch den Schnee über den endlosen Gletscher stapfen und hoffen das der nächste Hügel, der letzte sein wird. Alle sind wir ziemlich kaputt, als wir endlich nach 7h Gehzeit den Paß erreichen. Die Shepas hängen Gebetsfahnen in den Wind und rufen wie seit Jahrhunderten, so wie es Brauch ist, zum Dank an die Götter:„ Ke Ke, sho, sho, lhayl gyalho ……”

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Was für ein Moment, unbeschreiblich, das muß man selbst erlebt haben, die Befreiung nach all der Ungewissheit, nach dem vielen Schneefall der letzten Woche, endlich auf diesem Pass, bei schönstem Wetter, stehen zu dürfen, was für eine Erlösung und Freude!

Wir montieren Grödel und Steigeisen und abwärts geht’s Richtung Westen, begrüßt vom Turm des Dhaulagiri und dem mächtigen Massiv der Annapurna, der Göttin des Überflusses. Daneben strahlen unzählige Gipfel des Himlung, Peri, Jarkya und Hindu Himal in das weite Rund – so schön kann nur Bergsteigen sein. Todmüde aber glücklich erreichen wir nach 12 h Gehzeit Bimthang auf 3720m Höhe und lassen die Sektkorken, bzw. unsere bewährten Everestbierkorken knallen.

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Sieben Gletschermoränen wälzen sich aus dem Gletschertal von Bimthang, speisen den schäumenden und weißen Dudh Kosi Fluß. Wir sind, wie in einem Amphitheater, umgeben von unzähligen Sechs- und Siebentausendern und den Westabstürzen des Manaslu – wohl eine der schönsten Plätze in ganz Nepal!

Wir durchwandern dichte Kiefern, Tannen und Hemmlockbestände und staunen über blühende Rhododendronwälder mit 10m hohen Bäumen, voll mit fetten weißen, roten und rosa Blüten in schönster Pracht. Der Kontrast zu der 3000m hohen Westwand des Manaslu und den anderen gleißenden Berggipfeln raubt uns vollends den Atem! Die Kameras klicken im Hochbetrieb, die gute Stimmung der Gruppe ist wirklich unbeschreiblich – was für ein weiterer, wunderbarer Tag auf dieser außergewöhnlichen Trekkingrunde!

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Nach 25km Abstieg, entlang am reißenden Fluß, erreichen wir müde aber glücklich die Annapurna Runde. Hier erleben wir den Gegensatz zur Ruhe vorher, unzählige Lodges, Trekker aus aller Welt die uns entgegenkommen, Internet Empfang und hupende Jeeps auf staubiger Piste.

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Egal, noch ein Tag weiter im schönen Tal, von Jagat aus nehmen wir dann Jeeps, keiner will auf der Straße wandern. Bevor uns der Bus wieder nach Kathmandu bringt, feiern wir ein rauschendes Fest mit unserer Crew am letzten Lagerplatz. Wir kaufen Chang und Bier, laden alle zum Festessen ein, verteilen Trinkgelder und singen und tanzen gemeinsam bis spät in die Nacht.

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Das ist es, was mich jedesmal berührt und wofür ich sehr dankbar bin – wildfremde Menschen aus unterschiedlichen Kulturen wachsen zusammen, gehen gemeinsam durch viele Abenteuer, verstehen sich trotz aller Gegensätze, werden vielleicht sogar Freunde, Gefährten einer unglaublichen Erfahrung, einer Trekkingreise durch den heiligen Himalaya, einer kostbaren Zeit die niemand sein Leben lang vergessen wird.

Patagonien Pioniertour – “dort wo die rauhen Winde wehen”

Bei dieser Pionier Reise im November wollte ich mit einer kleinen Gruppe einen neuen Grenzübergang in Patagonien „erkunden“ – zuerst die einspurige Carretera Austral im südlichen Chile 500km runterfahren, bis diese sozusagen im Nichts endet, dann weiter mit einem Boot über einen riesigen Gletschersee, zu Fuß und mit Packpferden durch die Anden rüber zur Argentinischen Grenze, wieder übersetzen auf einem Bergsee und dann eintreffen, sozusagen über die „Hintertür“  im Bergsteiger Ort Chalten, am Fuße von Fitz Roy und Cerro Torre. So war der Plan – hier die kurze Geschichte dazu……..

In Chile ist im November Sommer, in Santiago, der Hauptstadt, steigt das Thermometer auf angenehme 25 Grad – kein Wunder wir liegen auf einer Breite von Rom.

Aber wir wollen ja nach Patagonien, fliegen 1300km südlicher und siehe da, dort bei Ankunft in Balmaceda bescheidene 7 Grad, eisiger Wind, aber Sonnenschein. Und dieser Sonnenschein ist unsere lokale Führerin, die uns schon erwartet, Karen, immer gut gelaunt, immer kompetent und hilfsbereit, schön mit Ihr unterwegs sein zu dürfen.

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Hier beginnt unser Abenteuer auf der südlichsten Straße Chiles, der Carretera Austral.

Pinochet errichtete sie aus strategischen Gründen, wegen Geldmangel baute er aber nur eine einspurige Schotterpiste, mit wenig Brücken und keinem einzigen Tunnel – wie ein langes gewundenes Band folgt sie einfach den einsamen Flusstälern und Bergrücken in den Süden, dank der grandiosen Naturräume eine der schönsten Straßen der Welt!

Wir haben Glück mit dem Wetter – den bizarren Berg Cerro Castillo hab ich noch nie zuvor gesehen, Südbuchenwälder, blühende Wiesen und weitere Schneegipfel im schönsten Licht.

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Der zweitgrößte See Südamerikas, der General Carreras, empfängt uns mit einem schimmernden Grünblau, eine kurze Bootstour bringt uns zu rausgewaschenen Marmorhöhlen, die aussehen wie die weißblauen Zähne eines Riesendrachen.

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Unser Agent hat eine wunderbare Lodge direkt am einsamen See errichtet, die Terra Luna.

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Phillipe Reuter ist Abenteurer und sein Hobby Jetbootfahren – diese Boote wurden in Neuseeland erfunden, brauchen nur 30cm Tiefgang, haben Düsenantrieb und sind als einziges Boot bis heute sogar den Colorado River des Grand Canyon flussaufwärts gefahren!

Mit 60 Stundenkilometer rast er mit uns den Rio Leones Fluß hinauf, abgestorbene Bäume, Steine im Fluß schießen nur so an uns vorbei, total verrückt! Dann geht es nicht mehr weiter,   zu Fuß geht es eine Stunde zu einem großen Gletschersee. Hier an einem reißenden Strom ist ein Stahlseil gespannt und mit Klettergurten und Seilrollen zischen wir rüber……meine Teilnehmerin Klara meinte: „Michi das habe ich nicht gebucht!“

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Drüben angekommen zieht Phillipe aus einem Unterstand ein großes Schlauchboot, weiter geht die wilde Fahrt zum 20 km langen Leones Gletscher, der steil und tiefblau mit 30m hohen Eisblöcken in den See kalbt – was für ein Brotzeitplatz!

Wieder das Ganze zurück, die Flußüberquerung mit dem Stahlseil ist nun für Jeden eine entspannte Gaudi, als hätten wir so was schon immer gemacht.

Die Lenkung des Jetboots geht kaputt, aber irgendwie kriegt unser Kapitän das wieder hin und im letzten Abendlicht flitzen wir wieder hinaus aus dem engen Tal zum großen See. Dort ist Sturm und pitschnaß nach 14h Abenteuer erreichen wir gegen 22 Uhr völlig mit Adrenalin aufgeputscht unsere Lodge – ein Ami würde sagen: „trip of a lifetime“ – danke Phillipe für diesen unvergesslichen Tag!

Staubig geht die Fahrt weiter Richtung Süden, entlang am Rio Baker. Tiefblau und voller Lachse ist er der wasserreichste Fluß Chiles und hat sich tief zwischen das nördliche und südliche Inlandeis hineingeschnitten – der größten Eis und Gletschermasse außerhalb der Pole und Grönlands. Dort wo er ins Meer mündet liegt der pittoreske Ort Tortel, ein Fischerdorf deren Häuser nur über Holzstege und Brücken zu erreichen ist. Dunkel und düster ragen über tausend Meter hoch die Berge aus dem Meer, ein Fjord wie in Norwegen.

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Hier scheint die Welt und Chile zu Ende und trotzdem geht es noch mal mit einer Fähre über einen Bergsee, vorbei an subarktischen Regenwäldern bis zum kleinen Ort Villa O Higgins. Hier ist die Carretera Austral nun wirklich zu Ende und wir müssen nun schauen wie wir weiterkommen.

Einmal die Woche fährt ein Versorgungsschiff zum entlegenen Grenzposten Candelaria Mansilla, und wenn Leute da sind, weiter zum mächtigen O Higgins Gletscher. Wieder so ein unglaublicher Tag – der smaragdgrüne Gletschersee mitten in den schneebedeckten Anden, der sich wie ein verzweigtes Ungetüm über 100 km weit in den tiefen Tälern ausbreitet.  Krachend brechen immer wieder 40m hohe Eistürme von der 3km breiten Gletscherfront – wir starren wie gebannt auf dieses Schauspiel der Natur. Dann bringt ein Schlauchboot 1000 Jahre altes Gletschereis und wir kriegen „Whiskey on the rocks“ vom Kapitän serviert- total verrückt!

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Wir übernachten spartanisch beim einzigen Bauern an der Grenze, nach endlosen Kontrollen( denen war sicher langweilig und wir kamen grad passend….. ) holpern wir mit Uraltjeeps durch den Wald, dann ein Schild „ Grenze Argentinien“. Mitten im Wald steht das, nichts weiter, vor uns nur ein schmaler Pfad durch die Berge! Solch einen Grenzübergang wird es wohl so oft nicht geben……..

Wir schultern unsere Rucksäcke, das Gepäck soll später mit Pferden nachkommen, und marschieren durch unberührte Südbuchenwälder weiter. Nach 10km erblicken wir von einem Paß den langgezogenen Lago del Desierto, davor die Grenzstation der Argentinier mitten im Wald – die sind total Tiefenentspannt, sitzen in Trainingsanzügen da und wundern sich das wir hier antraben. Ja, hart sei der Job, 1 Monat 24h täglich seien sie da, aber dann Gottseidank hätten sie 3 Monate frei!

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Eigentlich sollte uns hier ein Boot abholen, aber wir sind hier in Argentinien, und da drehen die Uhren anders, kein boot weit und breit! Zuviel Wind, vielleicht den Tag verwechselt, einfach vergessen, wir wissen es nicht. Weiter geht’s knallharte 14 km am Ufer entlang, hoch und runter, denn das ist felsig und steil und der Weg durch den Wald ist sumpfig und beschwerlich – aber meine kleine Gruppe ist superfit und ich muß schauen das ich nachkomme…….

Nach weiteren 6h Marsch kommen wir totmüde an der Straße an, der bestellte Bus ist nicht zu sehen, unser Gepäck liegt noch an der Grenze und es ist saukalt, super, eine echte Pioniertour!!!

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Aber irgendwie hab ich Glück, meine Teilnehmer drehen nicht durch, ich kann ein Boot organisieren, der für einen argentinischen Monatslohn unsere Seesäcke holt und spät am Abend taucht dann doch der 3h verspätete Bus auf – Ende gut, alles gut, gegen 22 Uhr sitzen wir in unserem Hotel in Chalten bei einem Rotwein, und uns ist Allen klar, das wir solch einen Grenzübertritt so schnell nicht wieder erleben werden – viva la vida!

Für unsere Quälerei bedankt sich nun der Wettergott in den nächsten Tagen: am Morgen peitschender Sturm, grau und regnerisch, egal wo wir dann zu Fuß oder mit dem Bus  eintrudeln, reisst es auf, die Sonne strahlt und wir stehen zum Beispiel staunend vor den Granittürmen des Fitz Roy und Cerro Torre, wir machen im schönsten Sonnenlicht tausend Fotos am unglaublichen Perito Moreno Gletscher und können es gar nicht glauben, dass sich am Gletschersee unterhalb der 2800m hohen Paine Türme sich nicht mal ein Windhauch regt – trip of a lifetime!

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Danke Patagonien, für diese tolle Zeit, wir kommen wieder………..

Natur pur im Westen Kanadas

Mit zwei Freunden wollten Moni und ich einfach mal wieder aussteigen aus dem „täglichen Wahnsinn“ und die endlose Natur dieses Landes genießen.

Im kleinen Seekayak auf dem offenen Meer die 2 m hohe Finne eines Orca Bullen vor sich auftauchen zu sehen, ist einfach gesagt – atemberaubend ! – im wahrsten Sinne des Wortes.

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Im Norden der 500km langen Vancouver Insel kommen sie gerne zusammen die Orcas, auf ihren Weg durch die Weiten des Pazifiks. Warum? Aus einem Fjord ergießt sich ein wilder Fluß und bringt runde Steine mit, die ins Meer kullern – dort reiben sich die Tiere und reinigen sich von Hautparasiten. Nur hier, nirgendwo sonst!

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Mein Freund Andy hatte Glück, genau in der Nähe dieser einzigartigen Stelle konnte er eine 1km lange Bucht von den Indianern für 100 Jahre pachten – er musste sogar die Friedenspfeife mit Ihnen rauchen. Dort stehen nun im steilen Bergwald fest montierte Zelte, ein „Outhouse“ und neben dem klaren Bergbach hoch in den Klippen eine Plattform aus heimischer Zeder. Dort gibt es in der „Klippenküche“, zubereitet von unseren Naturführern, täglich köstlichen Fisch und Fleischgerichte, Pasta, Salate und guten Kanadischen Wein – der ist sogar wirklich gut und kommt aus dem Okanagen Tal.

Und so ganz nebenbei, wie bestellt, kommen sie dann vorbei: die Orcas in ganzen Schulen, 10 – 15 Tiere, synchron und elegant die Finnen aus dem Meer auftauchend, Seelöwen prusten und Delphine zu Hunderten jagen wie Trolle durchs klare Wasser. Vom Seekayak aus, dann die Fontänen von zwei Buckelwalen, so hoch wie ein Baum, so laut das man es über einen Kilometer hören kann! Grandios, einfach unvergesslich!

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Schaut einfach mal in Youtube den Film über das Orca-Camp an:   http://www.youtube.com/watch?v=vfApEh-rK_g  – dann habt Ihre eine kleine Vorstellung was es dort zu erleben gibt. Oder Bilder von unserer Reise auf darrenrobinsonphotography.com:  http://darrenrobinsonphotography.smugmug.com/Travel/Orca-Camp-Ecosummer/32081947_DmZWnP#!i=2787209687&k=QWRP4Jc

Kurz dann zurück in die Zivilisation: mit dem Fahrrad den ganzen Tag durch Vancouver, immer direkt am Meer, an der Skyline entlang, ungezwungen, einfach stehen bleiben und fotografieren wo es einem gefällt – ein Tipp wer diese tolle Stadt mal ganz anders sehen will.

Im Olympiaort Whistler die größte frei schwebende Seilbahn der Welt erleben, sie verbindet zwei Berggipfel, 450m über dem Boden die Kabinen, 3,6km lang, aber nur zwei Sützen! – unglaublich das so was technisch möglich ist.

350 km nördlich dann der Wells Gray Nationalpark: ein Traum aus Wäldern, Gebirgen und Bergseen, Wander- und Kanu Wildnis vom Feinsten, unsere „Spielwiese“ für die nächsten zwei Wochen.

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Wanderungen von Hütte zu Hütte mit Übernachtung gibt es kaum in den Rockies, aber hier ist es möglich: die Discovery und Trophy Mountain Hütte wurden privat auf ca. 2000m errichtet, das Essen wird im Frühjahr per Heli reingeflogen und eingelagert. Diese einsame und spektakuläre Route ist nur mit eigenem Guide zugänglich.

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Ein schmaler Höhenweg führt 50km durch absolute Wildnis: dichte Fichtenwälder, grandiose Bergwiesen voller Blumen, Pilzen und Blaubeeren, dutzende Seen in den sich die umliegenden 3000er spiegeln, tolle Fernsicht auf die Monashee und Cariboo Mountains.
Man spürt, der Wald, seine Seen, Bäche, Moore und Niederungen hier im Nationalpark haben eine andere „Würde“, sind wild und unberührt. Sind Heimat von Wolf, Bär, Karibu und Elch – schön das es so etwas noch gibt. Wie aus einem Vakuum aus Stille und Verwunschenheit kommen wir nach 5 Tagen wieder glücklich im Ort Clearwater an.

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Kann man das alles noch toppen? Ja man kann! Mit Andy auf Kanutour gehen!
Das gesamte Essen, Ausrüstung, Zelte, Schnaps, ect. für 5 Tage kommen in wasserdichte Säcke, dann werden die Kanus geschleppt: 2,5km über einen schmalen Pfad zum wilden Murtle Lake.

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Er ist einer der größten nur mit Kanus befahrbaren Seen der Erde, ein absoluter Traum im Norden des Parks. Zwei über 20km lange Seearme teilen sich auf wie ein großes V – der Eine fjordähnlich mit steilen Felswänden, der Andere lieblicher mit vielen Inseln und Stränden. Ende September steht der Winter vor der Tür und wir sind allein, Leo Island, eine 100m breite Insel mitten im See wird unser Camp für die nächsten 4 Tage.
Schnell ist hier unser Basislager mit Zelt, Lagerfeuer und Kochstelle errichtet, eine Plane schützt uns vor Regenschauern. Andy kocht auf wie ein „Wilder“ – auf Zedernholz gegrillter Lachs ist unser Favorit!

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Während unserer Erkundungsfahrten über diesen glasklaren Bergsee erleben wir unglaublich schöne Stimmungen bei diesem wechselhaften Wetter. Verschneit schon die umliegenden Gipfel, herbstlich der Wald, wilde Wolkenberge wechseln mit peitschenden Sturm und Regenschauern. Egal, danach kommt gleich wieder die Sonne und dann unter großen, fetten Regenbögen springen wir ausgelassen wie Kinder über unseren hauseigenen Sandstrand.

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In der Vollmondnacht bin ich allein raus aus dem Zelt und um die Insel gelaufen. Wie silberne Bänder fluten die Wellen ans Ufer, schneeweiße Wolken ziehen tief über die Gipfel und Wälder, werfen Ihre Schatten in das weite Nichts des dunklen Sees – dann ein langezogenes Heulen am anderen Ufer, ein Rudel Wölfe begrüßt Ihren Freund, den Mond.

Hier paddeln zu dürfen, fernab jeder Zivilisation ist ein absolutes Privileg, ein Geschenk in unserer oft so überfüllten und lärmigen Welt. Wollt Ihr dort auch mal hin, aussteigen für kurze Zeit, dort im Westen Kanadas?

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Wir wissen wie das geht und können es Euch organisieren, wenn Ihr wollt…………..

Höhepunkte Marokkos

War das erste Mal mit einer Gruppe im Mahgreb, also im Königreich Marokko – was sind denn eigentlich die Höhepunkte des Landes?

Sicherlich die alten Königstädte Rabat, Meknes und vorallem Fes mit seiner unglaublich pulsierenden, riesigen Altstadt. Ohne Führer kommt man aus diesem Labyrinth der unzähligen Gassen nie mehr heraus. Diese lebendige Medina mit seinen Handwerksstätten und Gerberbottichen ist wohl einzigartig und läßt einen erstaunen.

Genauso der Hauptplatz der roten Stadt Marrakesch, der Djemaa el Fna ist der absolute Wahnsinn – was hier gegen Mitternacht für ein Trubel herrscht, für ein Getöse, Getrommle, Gejaule und Gewimmel an Menschen aus aller Herren Ländern, sowas hab ich weltweit noch nicht gesehen….

Weitere Höhenpunkte sind die Straße der tausend Kasbahs, malerische Wehrdörfer und rötliche Lehmburgen,  stehen oberhalb fetter, grüner Oasen, die wunderlich aufblühen neben der ausgedörten Steinwüste – was für ein Kontrast!

In Merzouga gibts wunderbare 200m hohe, filigran geformte Sanddünen, zum Rumtollen und Fotomachen, ein Gruß der endlosen Sahara nebenan……

Wie eine Ziehharmonika aufgefaltet der uralte Atlas Gebirgszug, 800km lang, Wetterscheide und Wasserspeicher zugleich, harter Lebensort für kantige Berberdörfer. Das ist sicherlich ein weiterer Höhepunkt – hier diese uralten Dorfpfade zu benützen, unbeschwert unterwegs zu sein, bekocht und behütet von unserer stets freundlichen und hilfsbereiten Trekkingcrew, hinaufzusteigen zum höchsten Berg Nordafrikas, dem Djebel Toubkal ( 4167m ).   

Dann das Lachen der Kinder, die heuschleppenden Bauersfrauen, die dampfende Tajine, stets eine Überaschung was an Mahlzeiten zum Vorschein kommt, stets anders und immer ein Genuß! Der Geruch des Bazars, das Gehämmere der Metallhandwerker, das stets milde Klima, die frischen Früchte, die unvorstellbaren Mosaike der Römerstadt Volubilis, der Blick in die Moschee, der Sternenhimmel über der Wüste, und nicht zu vergessen, diese Atmosphäre und Gastfreundschaft, das gute Gefühl, hier Urlaub machen zu können – alles Höhepunkte, die man so schnell nicht vergessen wird!

 

 

 

 

 

 

Fotoreise mit HORNCOLOR durch Siebenbürgen

Mit Christian Horn und seiner “Pixelwerkstatt” war ich ja schon letztes Jahr im heimatlichen Garmisch unterwegs – diesmal hatte ich ihm und seinen Fotofans Rumänien, genauer gesagt Siebenbürgen vorgeschlagen.

Eine Fotogruppe ist etwas ganz anderes wie eine Hauser Wandergruppe: viel, viel langsamer! …findest Du ein schönes Motiv, z.B. Blumenwiese vor Karpaten, sächsisches Dorf mit Kirchplatz oder Bauer mit Pferdegespann, schon ist eine Stunde um und wir sind keinen Meter weitergekommen.

Dafür “schiessen” die Fotografen mal so tausend Bilder am Tag und werden nicht müde am Abend bei einem Bierchen, noch über die richtige Blende und manch Verbesserungstrick am PC zu “fachsimpeln”.

Siebenbürgen im Frühling ist wunderbar, alles blüht, die Obstbäume voller Pracht, und Abends sitzt man noch bei 22 Grad draußen vor dem Lokal – Hochsommer läßt grüßen.

Radu, mein Freund und seine Kumpels Coco und Rice waren wie immer eifrig bemüht uns dieses fotogene Land zu zeigen – ob Gletschersee in den Karpaten, Kloster, Kirche, vitalen 80 jährigen Küster, den einsamen Schäfersmann, die Fußgängerzone von Hermannstadt oder den bunten Obstmarkt , immer gab es tausend Dinge zu sehen und vorallem zu fotografieren….

Bei uns kennt man ja Rumänien nur aus den “Negativ Schlagzeilen”, nie erfährt man wirklich was darüber. Bei mittlerweile bereits 6 Reisen durfte ich die Gastfreundschaft und Lebensfreude meiner rumänischen Freunde, die herrlichen Berg- und Bauerndörfer, das ursprüngliche Leben, das gute Essen, und das etwas “andere” Europa am Fuße der Karpaten geniessen…………ich komme garantiert wieder!  

 

 

Wandern auf den Kanaren im April 2013

Unsere Hauser Reise “Wandern auf den Kanaren” wird mit viel Erfolg seit 1988 durchgeführt – als einziger Veranstalter erwandern wir drei verschiedene Inseln in zwei Wochen: La Palma, Gomera und Tenerifa. Freu mich jedes Mal wieder diese Reise zu leiten………

Jede Insel ist für sich ein kleiner Kontinent, jede hat einen anderen Charakter. Jetzt im April war wunderbares Wanderwetter, 25 Grad, kein einziger Regentropfen fiel während unserer Wanderungen, eine Seltenheit.

Meine Gruppe war begeistert von der Vielseitigkeit der Inseln: ob in den Tieflagen, durch Lava und Bananenplantagen ans Meer, oder im Gebirge durch wunderbare Kiefern oder Lorbeerwälder, entlang ausgesetzter Grate, durch tiefe Schluchten, oder hinauf zum höchsten Berg Spaniens, dem 3718m hohen Teide, abwechslungsreicher geht es nicht.

In Gomera nach den großen Waldbränden letztes Jahr, explodierte dank des natürlichen Düngers die Blumenwelt: hüfthoch “wühlten” wir uns durch zugewachsene Wege. 

Jeden Abend haben wir den Tag bei einem Gläschen Wein in ausgesuchten, landestypischen Lokalen mit viel Gelächter und guter Stimmung ausklingen lassen.

Was für ein herrlicher Wanderurlaub fernab der Touristenzentren, 150km durch einzigartige Naturräume, durch Stille und klarer Luft, so kennen nur wenige die Kanaren!

 

 

 

incredible India

Zum dritten Mal Indien – ist nicht so beeindruckend wie beim ersten Mal, aber immer noch bewegend genug – das Häßliche und Schöne nebeneinander, unfaßbare Armut, Reichtum, Unrat und uralte Künste, dies Land muß man immer wieder “verarbeiten”, es bleibt für jeden Reisenden immer eine Herausforderung! ( und danach ist man ja so froh, daß man hier in old Germany wohnen darf………..)

Diesmal im Februar kein Durchfall, nur vegetarisch ernährt geht am Besten, die echte indische Küche mit ihren frischen Gewürzen und Kräutern ein Traum und für den Magen und Darmtrakt die pure Erholung. 

Das Wetter in Südindien, Bereich Goa, war immer gleich, blauer Himmel und 30 Grad, Wasser im Arabischen Meer war auch keine Abkühlung und es wird noch heißer Richtung Monsum – selbst die Inder stöhnen dann im Mai und freuen sich auf den langersehnten Regen….

Südlich von Colva, also südlich vom Flughafen Goa, kann man wunderbar am Strand radeln, der ist nämlich 30 Kilometer kerzengrade, 100m breit und herrlich weiß. 

In Benaulim entdeckten wir eine Traumunterkunft, nicht billig, aber eine Oase im touristischen Trubel – schaut mal nach unter www.palmgrovegoa.com. Im newwing, im Neubau läßt sich in großen portugisischen Zimmern mit Balkon, umgeben von Vogelgezwitscher und Palmen, wunderbar nächtigen. Das hauseigene Restaurant ist vom feinsten, sauber und die Cocktails kosten nur 2 Euro…….der botanische Garten, ständig von 2 Gärtnern gepflegt, ist schon den ganzen Urlaub wert, eine Baumschlange schaute immer zum Frühstück vorbei.

Hampi, die alte Königsstadt sollte man gesehen haben – ca. 200km von Goa – was da auf 25 qkm an Tempeln und Palästen vor 600 Jahren inmitten von bunten Granitfelsen gebaut wurde, verschlägt einem den Atem. Selbst die Inkas müssen da in der Steinbearbeitung zurückstehen……..

Badami, die Felsentempel im rötlichen Sandsteingebirge übertreffen sogar Petra in Jordanien an filigraner Steinmetzkunst. Ja und in Pattadakal habe ich den schönsten Shivatempel Südasiens gesehen, sogar der Brahmane meinte er sei perfekt, 1500 Jahre alt, der Nandibulle 3m groß, sah aus wie vom letzten Jahr……hier dürfen wir sogar als Nichthindus ins Allerheiligste, in die Cella des großen Shiva und uns vom erhabenen Priester eine Tika und göttliche Süßspeise abholen – incredible India da war es wieder!!!

   

Istanbul – Traum am Bosporus

8 Tage waren wir grad in dieser 13 Millionen Metropole unterwegs. Entweder man haßt sie oder man liebt sie, steht in unserem Reiseführer – wir haben sie wirklich genossen.

Als Standort ist unser Hotel “Tashkonak” www.hoteltashkonak.com wirklich zu empfehlen. Saubere ruhige Zimmer, total nettes Personal und das Beste, das reichhaltige Frühstück oben auf der Dachterasse mit Blick über Altstadt und Marmara Meer.

Von diesem Hotel ist man in fünf Minuten bei der blauen Moschee, der Hagia Sophia oder kann auch zu Fuß prima unzählige gute Lokale direkt in der Altstadt erreichen.

Weitere Ziele erreicht man easy und günstig mit der Tram, den Bosporus Fähren oder der Metro.

Absolute Highlights waren die Schiffsfahrt bis zur Bosporus Brücke, der Aufstieg auf den Galataturm, der Harem des Topkapi Palastes, die Hagia Sophia natürlich, vorallem nachts farbenprächtig angestrahlt, der große Bazar oder die Fischsemmel mitten im Menschengewimmel bei den schwimmenden Booten direkt an der Galatabrücke.

Die kleinen Begegnungen am Wegesrand mit den netten Istanbulern werden uns genauso im Gedächtnis bleiben, wie die lauten Rufe des Muezzins früh um Fünf direkt neben unserem Hotel.

Übrigens Essengehen kann man ganz hervorragend in Istanbul – hier trifft sich wirklich der Okzident mit dem Orient – das allein war schon diese Reise wert!

    

    

  

Galapagos – Traum Inseln der Tiere

Die Galapagos Inseln waren immer schon auf meiner “inneren Reisekarte” ein Traumziel.

Jetzt im September war es soweit – mit einer kleinen eigenen Gruppe erkundeten wir 10 Tage das Archipel im Pazifik. 

Man hört und liest viel im Vorfeld und da kommen Fragen auf:

Sind die Tiere immer noch furchtlos? Sind nicht zuviele Touristen auf den Inseln unterwegs?

Soll man von einem Schiff aus die Inseln erkunden oder von festen Unterkünften?

Nun hier die Antworten:

Mit dem Schiff ist sicherlich o.k. wenn man seefest ist, die engen Räumlichkeiten abkann und auch das nötige Kleingeld dazu besitzt. Wir waren auf 4 verschiedenen Inseln in Hotels untergebracht und starteten von dort zu Wanderungen und Boots Ausflügen. Meinen Leuten hats gefallen, da man am Abend auch mal die guten Restaurants und die Stimmung in den Orten genießen konnte.

Die Touristenströme werden von der Parkverwaltung gelenkt – d.h. jeder Park Ranger der die Gruppe begleitet, muß vorher genau angeben wo er unterwegs sein wird. So trifft man kaum auf andere größere Gruppen und kann die Natur oftmals noch allein bestaunen.

Die Tierwelt ist weiterhin unglaublich: Seerobben überall, unter der Parkbank, am Kinderspielplatz oder am Badestrand – sie sind ein ständiger Begleiter und zeigen keine Angst. Genauso die schillernd farbigen Meerechsen, die Blaufußtölpel, Fregattvögel, Albatrosse, Darwinfinken, und, und, – man stolpert regelrecht über die Tiere und kann sich einfach nicht sattsehen.

Toll wenn man gerne schnorchelt: da spielen mit einem die jungen Robben im Wasser, der mächtige Bulle schaut kurz vorbei und was an Land so plump aussieht ist unter Wasser die reine Eleganz! Schildkröten, Mantas und tausend bunte Fische umschweben einem – ein einziger Traum.

Unglaublich und völlig irre war diese Erfahrung:

auf einer flachen Meeresinsel voller Echsen und Vögel gab es einen kleinen Felskanal, so 50m lang und fünf Meter breit in den frisches Meerwasser hineindrückt. Darin dutzende Weißspitzenhaie die sich hier am Tag von ihrer nächtlichen Jagd ausruhen…..wir waren total begeistert und drückten natürlich auf die Auslöser. Unsere guide meinte: so und jetzt schnorcheln wir durch solch einen Kanal einfach mal durch! Wie wir schnorcheln mit den Haien? Ja, die seien ungefährlich und man sollte nur nicht rumzappeln. Gesagt, getan. Das Boot brachte uns zum Eingang des Kanals und dann ging es mit einem flauen Gefühl im Bauch los! Rechts und links Felswände , unter uns Haie im seichten Wasser die teilweise schliefen oder direkt zwischen uns entlang schwammen – das war einfach völlig irre und keiner wird das wohl jemals vergessen!